Seit nun mehr 25 Jahren, mehr oder weniger, weil ich in diesen Jahren nur etwa 150 mal gespielt habe...
improvisiere ich!
Ich habe nie das Spielen gelernt, kann keine Noten, keine Tonleitern, keine Akkorde..
Aber meine Musik kommt an.
Nicht finanziell, aber bis tief rein in die Seelen der Menschen.
Improvisationen, Impressionen, und ich kann nie ein Stück wiederholen...
Meine Musik verändert sich in den Jahren, ähnelt sich in gewisser Weise, und doch sind sie wie ein Tagebuch meines Gemütszustandes.
Ich glaube improvisieren hat hauptsächlich etwas mit Gefühl zu tun, und ganz wenig mit dem Gehirn, mit dem Denken...
Also setzt man sich hin, schließt die Augen, wenn es sein muss wartet man eine Weile, bis man sich ganz entspannt hat.
Und dann, sind die Ohren, das Gehör die musikalische Leitung, die die Finger führen, niemals das Gehirn...
Ton für Ton entsteht etwas, nicht weil man gerade vor hatte etwas trauriges, oder etwas wütendes zu spielen, oder verträumt in Gedanken schwelgt, sich in anderen Sphären befindet.
Nein, weil es erst entsteht, aus den Tönen, die man zuvor gehört hat, gespielt hat, es entsteht etwas unvorhergesehenes, etwas, das man erst hinterher beschreiben kann, nachdem man sich das Gespielte wieder angehört hat.

Noch ein gedankliches Beispiel:
Ich habe jemand kennengelernt, der meine Musik gehört hat, anschließend hat er nachgefragt, ob ich mal für seine sehr kranke Schwester spielen würde.
Da hatte ich die Idee, sie sollte (sie improvisiert auch mit allerlei Instrumenten) doch mit mir zusammen spielen, an zwei Klavieren, und wir unterhalten uns mit Hilfe des Klavierspiels...
Da sie bislang kaum aus dem Krankenhaus kommt, ist es noch nicht dazu gekommen...
Das ist Improvisation...
In einer Band, wo jedes Mitglied etwas aus dem Bauch heraus spielt, oder singt, kann man auch auf dem Klavier einfach mitziehen, und improvisieren...
Wens am Klavier erst nicht klappt, einfach eine Bongo in die Hand nehmen, oder ne Bassgittarre...
Das gibt überraschende Musik, die jedem das Gefühl gibt Teil der entstandenen Lieder zu sein, und dazu zu gehören.
Also nochmal, von der Schiene weg gehen, dass man das lernen muss, will, kann, sondern einfach probieren, und die Augen schließen...